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Steuerentwicklung: Struktur der Besteuerung innerhalb der EU variiert

Steuern werden entweder direkt oder indirekt erhoben. Direkte Steuern werden in der Regel auf das persönliche Einkommen, auf Unternehmensgewinne, Einfuhren und Ausfuhren sowie auf Eigentum erhoben. Indirekte Steuern (etwa die Mehrwertsteuer, Einfuhrzölle oder

Verbrauchsteuern) werden auf materielle oder rechtliche Ereignisse zufälliger oder vorübergehender Natur und gegenüber (juristischen oder natürlichen) Personen erhoben, bei denen es sich häufig um Mittelspersonen und nicht um die für das Ereignis verantwortliche Person handelt (daher der indirekte Charakter der Steuer).

 

Laut der aktuellen Ausgabe des Berichts Steuerentwicklung in der Europäischen Union der Europäischen Kommission variiert die Struktur der Besteuerung in den einzelnen Mitgliedstaaten deutlich.

 

So weist Dänemark den höchsten Anteil von direkten Steuern am Gesamtsteueraufkommen (64,6 %) auf, gefolgt von Irland und Malta. Auch in Norwegen und Island ist der Anteil der direkten Steuern relativ hoch.

 

Der Bericht von 2020, der alle Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen behandelt, stellt auch fest, dass der Anteil der Sozialabgaben an den gesamten Steuereinnahmen in diesen Ländern entsprechend niedrig ist. In Dänemark gibt es einen bestimmten Grund für den sehr niedrigen Anteil der Sozialabgaben: Der Großteil der Sozialausgaben wird aus allgemeinen Steuern finanziert. Da dies einen hohen Steuersatz bei den direkten Steuer erfordert, ist der Anteil der direkten Besteuerung an den gesamten Steuereinnahmen in Dänemark der höchste unter allen Mitgliedstaaten.

 

Anders sieht es in der Slowakei und in Tschechien aus. Das Gesamtsteueraufkommen setzt sich in diesen beiden Ländern zu einem hohen Anteil aus den Sozialabgaben zusammen, wohingegen der Anteil der direkten Steuereinnahmen relativ niedrig ist. Außerdem wird das Sozialsystem in diesen beiden Ländern durch

Sozialabgaben finanziert.

 

Andererseits weisen einige Mitgliedstaaten einen viel geringeren Anteil an direkten Steuern auf. Dies ist in den Mitgliedstaaten der Fall, die Pauschalsteuersysteme mit Grenzsteuersätzen unter dem EU-Durchschnitt eingeführt haben, welche typischerweise eine stärkere Senkung der direkten Steuersätze als der indirekten Steuersätze bewirken.

 

So wird beispielsweise in Kroatien, Bulgarien und Ungarn der niedrigere Anteil an direkten Steuern durch einen entsprechend höheren Anteil an indirekten Steuern ausgeglichen. Der geringere Anteil an direkten Steuern in der Slowakei, in Tschechien und in Litauen wird hingegen durch einen im Verhältnis größeren Anteil an Sozialbeiträgen ausgeglichen.

 

Bemerkenswert ist, dass fast die Hälfte des Steueraufkommens (46,1 %, einschließlich der Sozialabgaben) in der gesamten EU von der jeweiligen Zentral- oder Bundesregierung beansprucht wurde.

 

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